AMERICANO XIX Der Cartujano

Begriffsbestimmung und Bedeutung

Das Thema "Cartujano" bietet anscheinend immer wieder neuen Nährboden für Mißverständnisse und bewußt gestreute Fehlinformationen. Selbst in Spanien genau feststehende und oft gebrauchte Begriffe wie "cerrado en Bocado" werden in der deutschen Fachpresse sowie im Internet von sogenannten "Fachleuten" nach Lust und Laune falsch beschrieben. Dabei berufen sich diese selbsternannten Cartujanopäpste gerne auf neue und alte Buchquellen ohne jedoch selbst genauer recherchiert zu haben. Daher sollen die gebräuchlichen Begriffe nachfolgend kurz erläutert werden.

Bei den Kartäuserpferden oder auf spanisch Cartujanos handelt es sich um die älteste und reinste Blutlinie innerhalb der Rasse des reinen spanischen Pferdes (Pura Raza Española). Begründet wurde diese Blutlinie von den Kartäusermönchen im 15. Jahrhundert. Durch die sorgfältige Zuchtausleese waren die Pferde sehr beliebt und wurden als Veredler und Begründer vieler anderer Rassen verwendet. An allen Königshöfen Europas waren diese für ihre Rittigkeit berühmten Pferde anzutreffen. Mit dem Ende der Zucht der Mönche Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Pferde an verschiedene Gestüte abgegeben. In diesem Zusammenhang wird von den "Fachleuten" immer sehr gerne von sehr alten Blutlinien gesprochen, die ebenfalls dem Kartäuserkloster von Jerez zugeordnet werden könnten. Jedoch ist von diesen Linien dokumentiert, daß im laufe der Jahre von 1848 bis heute PRE-Pferde eingekreuzt wurden, die ihren Ursprung sicher nicht bei den Kartäusermönchen hatten. Dies wird mittlerweile auch von durchgeführten genetischen DNA-Tests belegt. Von den verschiedenen Zweigen hat in Reinzucht im Wesentlichen nur die Linie von Zapata als die Linie mit dem Kandarenbrand (Hierro del Bocado) überdauert. Zur Zeit besitzt das Gestüt EXPASA diesen Brand. Daneben gibt es heute noch verschiedene Züchter, die mit Pferden die unmittelbar auf die Linie des Kandarenbrandes zurückgehen sehr erfolgreich züchten. Da alle diese Pferde immer auf die Linie des Zapata zurückgehen bezeichnete man sie auch als "puro Bocado" (rein Kandare).

Obwohl das Gestüt mit dem Kandarenbrand mehrfach den Besitzer wechselte, gab es bis 1981 keine einzige Ausnahme. Erst danach wurden von den späteren Besitzern Rumasa SA und Expasa PRE-Hengste anderer Blutlinien verwendet. Diese Pferde wurden jedoch ebenfalls mit dem Kandarenbrand gekennzeichnet, sodaß die bis dahin gebräuchliche Bezeichnung "Bocado" für einen Cartujano nicht mehr in jedem Falle zutraf. Um weiterhin eine eindeutige Bezeichnung zu haben, bürgerte sich der Begriff "cerrado en Bocado" (auf deutsch: geschlossen in Kandare gezogen) für die Pferde der reinen Cartujanoabstammung ein.

Abstammung eines Cartujanohengstes "cerrado en Bocado"

(geschlossen = Cartujano, grün unterlegt)

Abstammung eines Kandarenbrandhengstes "Bocado"

(nicht geschlossen = nicht Cartujano, rot unterlegt)

x   HACENDOSO IX     GORRON II
  HABANERO XI   REBERTE
  HABANERA IV   ALMERIA
EMBOSCADO II   BODEGUERO VI  
  NEVADO III   NEVADO III
  EMBOSCADA   BODEGUERA II
  MAYORDOMA II   POSEIDA II
       

Aber selbst diese Bezeichnung erwies sich als nicht ausreichend zur eindeutigen Bestimmung eines Cartujanos. Mit den heutigen Methoden der genetischen Ahnenforschung ist es gelungen, die überprüften Pferde eindeutig als Cartujano zu identifizieren und in einem separaten Stutbuch zu erfassen. Diese Arbeit wird von der ASOCIACION DE GANADEROS DE CABALLOS DE ESTIRPE CARTUJANA (EC) in Zusammenarbeit mit der Universität Cordoba geleistet. Die überprüften Pferde erhalten zur Dokumentation ein Zertifikat, in dem die genetische Zugehörigkeit zum reinen Cartujano bestätigt wird. Zur Förderung der Zuchtauslese werden beginnend mit der internationalen Zuchtschau ECUMAD 1999 in Madrid eigene Zuchtklassen für Cartujanos eingeführt. Dort zugelassen werden nur Pferde mit der beschriebenen genetischen Überprüfung, die durch das Zertifikat belegt werden muß. Durch diese Initiativen können sicherlich einige Auswüchse in der Cartujanozucht wie beispielsweise der Einsatz von Hengsten mit blauen Augen (sehr unerwünscht), Krötenmaul oder sonstigen starken Pigmentfehlern nur wegen der "berühmten" Abstammung ausgemerzt werden. Der wirkliche Cartujanozüchter wird durch seine Liebe und Verbundenheit mit dem Kulturerbe Cartujano genau jene besonderen Eigenschaften wie außerordentliche Rittigkeit, Bewegung, Adel und Charakter, die den reinen Cartujano in der Vergangenheit zu seinem Ruhm führten, auch für die Zukunft erhalten. 

Nur nebenstehendes Zertifikat garantiert mit Sicherheit die reine Cartujano Abstammung.

CARTUJANO-ZERTIFIKAT

Bei Pferden, die ohne Zertifikat als reine Cartujanos angeboten werden, sind sicherlich Zweifel angebracht
Die im Abstammungsnachweis eingetragenen Vorfahren können nicht mehr als alleiniger Beweis für den reinen Cartujano gelten.

Das Gestüt YEGUADA SOGETHO ist eines der grössten Gestüte für Kartäuserpferde mit Zertifikat in Europa außerhalb Spaniens. Die Grundlage für die erfolgreiche Cartujano-Zucht bilden Pferde der renommiertesten Kartäusergestüte. Die Stuten stammen von Juan Gómez Cuétara,  Yeguada Maipe, Yeguada Quintanilla und aus eigener Zucht. Die Deckhengste stammen von  Juan Manuel Urquijo, Yeguada Alba Ayala, und Ganadería Las Capellanias und waren zum Teil bereits als Pachthengst auf der EXPASA im Deckeinsatz.

Das Gestüt liegt im Hunsrück in einer wunderschönen Landschaft, die von den Flüssen Rhein, Mosel, Nahe und Saar umschlossen ist. In dem vorherrschenden milden Klima finden die Fohlen optimale Aufzuchtbedingungen. Wald und offene Flächen geben der hügeligen Landschaft ihren besonderen Charme und lassen Ausritte zum puren Vergnügen werden.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

YEGUADA SOGETHO

Sonja und Gerhard Thomas
Dorfstraße 29
D-56288 Korweiler
Tel 49-6762-7872 / 0160-8111312
Fax 49-6762-8544
e-mail yeguada-sogetho@t-online.de

YEGUADA SOGETHO copyright © 2007